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Dear Diary…(#1)

Dear Diary – Cheers! Die Sonnenstrahlen kitzeln mich sanft wach. Ganz vorsichtig öffnen sich meine Augen, als würden sie ihr – der Sonne – zu blinzeln und ihr gleichzeitig einen guten Morgen wünschen. Meine Lippen sind begeistert und prompt dabei – bei diesem Spiel der Glückseligkeit. So liege ich da, grinse und schaue durch zwei Schlitze in einen Himmel, der so blau ist, dass man erröten muss um mit ihm mithalten zu können. Ich strecke mich und komme mit meiner warmen Hand an die kalte Wand, halte für einen Moment inne und stelle mir vor ich könnte die Wärme als Handabdruck hinterlassen. Ich war hier. Doch gehe jetzt.

So ungefähr habe ich mir das vorgestellt, als wir das hier machten. Bullshit. Abflugstage sind nämlich die Aladdins und Prinz Erics deiner Zwanziger. Märchen, die auf dem Screen (deines Kopfes) traumhaft erscheinen, auf Teppichen fliegen und volles Haar haben, aber sich im Realitätscheck als kleine Arschlöcher entpuppen. Denn natürlich schaffst du es nie spätestens einen Tag vorher fertig zu packen. Hey, nicht weiter tragisch, ich habe ja noch den Vormittag, alles cool. Bis der goldene Vormittag da ist, dich die Müllabfuhr um 6 Uhr wach “mülltonnt”, die Sonne so hell und direkt auf dein Gesicht scheint, dass deine Augen wie kleine Heuschrecken aufspringen. Du versuchst sie wieder zu schließen, doch es ist als würdest du ein Dreieck in ein Quadrat pressen wollen. Sie passen nicht mehr zusammen. Erst dann stellst du fest, was für tierische Kopfschmerzen du hast, und dass deine Lippen ganz trocken sind, weil du durch den Mund atmest, denn deine Nase ist zu. Deine Handflächen gehen automatisch zu deiner Stirn, sie ist warm. Bestimmt von der Sonne. Bis du aufstehst und denkst: Wo sind die Scheiß Aspirin.

So ist das nämlich mit Abflugstagen. Man packt bis zur letzten Minute, ist oder wird krank und schreit sich im Idealfall mit seinem Mitreisenden an, weil jeweils der andere natürlich die Reisepässe einpacken sollte. Das Letztere blieb mir erspart, da wir uns clevererweise erst am Flughafen getroffen haben um dann dort festzustellen, dass der Junge seinen Internationalen Führerschein zu Hause vergessen hat. Ist jetzt bei so einer geplanten 5.000 km Fahrt mit einem Auto eher so … suboptimal. Aber auch das ließ sich Dank eines Berliner Stadtverkehr erprobten Vaters schnell fixen. Wie professionelle Dokumentenübergabe lief die ganze Sache ab, fahrendes Auto mit runtergekurbeltem Fenster inklusive. Ich poppte mir noch eine Aspirin und er einen Post und dann ging es los. Der Junge gratulierte mir zu meinem Sieg von “Ich habe weniger Kilo als DUUU” und zack waren wir auch schon im Flieger. Und auf einmal sitzt du da und guckst durch ein kleines ovales Fenster, die Sonne kitzelt dich sanft und deine Augen blinzeln und du stellst fest, wie blau der Himmel ist und du fängst an zu grinsen. Ich bin hier. Doch gehe jetzt.

 

Was für ein guter Tag.

Dear Diary – Happy

Post from: 18.05.2014
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