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Stroke.03

Ausgestroked — so habe ich mich am Samstag nach der Vernissage gefühlt. Was das heißt?

Ich könnte es auch mit dem Wort “enttäuscht” beschreiben. Die Stroke.03 – Urban.Art.Fair war zu cool für mich, zu designt, zu elitär-abgehoben.

Es gab wunderschöne Kunst, es war für jeden Stilsinn etwas dabei. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass ich auf einer Fashion-Week-After-Show-Püppchen-Designer-Party war. Das Publikum war…war anders als erwartet. Was habe ich erwartet?

Hip-Hop-Hörende lässige Typen, die zeigen, dass sie etwas von Typografie verstehen. Stille unauffällige Artisten, die sich mit dem Rücken zum Publikum drehen und in ihrer Welt verschwinden. Künstler, die es schon immer waren und immer sein werden, die einfach Geld mit ihrem Talent verdienen wollen. Das alles war…da. Nur das Publikum hat nicht gepasst.

Die Artisten von Mateo: mein persönlicher Favorit. Sollten euch die nächsten drei Werke gefallen, geht einfach sonntags auf den Trödelmarkt am Boxhagener Platz. Dort gibt es mehr davon:

Ja, es lag an dem Publikum. Es war falsch, fehlplatziert.

Aber machen wir erstmal weiter mit den schönen Dingen:

“Schön” sei hier bitte besonders individuell zu betrachten:

Ich lasse es einfach mal weiter wirken…

Weinchen-trinkend und Guccitasche-tragend haben sie Einen verfolgt. Überall. Und mit “überall” mein ich eine Etage. Ist StreetArt gerade “In” bei “Möchte-gern-Upper-East-Sidern”? Wer was auf sich hält, wer Ahnung von Kunst (und genug Geld) hat, der hängt sich ein Bild von einer Heroinspritze mit dem Spruch “Heroine loves you back not your friends” im Schlafzimmer auf?

Versteht mich nicht falsch, sicherlich gab es die ein oder anderen Kunststudenten, HipHopper oder Realkunstliebhaber, aber viel zu wenig! Es kam mir vor wie eine Überflutung des schlechten Geschmacks (der bestimmt keiner ist, den ich nur nicht verstehe). Ging es nur mir so?

Dann kam ich auf die andere Seite der Lounge und alles wurde ein bisschen klarer. Eine Kleiderstange reihte sich neben der anderen. Frische Modelabels – für frische Menschen, denen keine Träne entfleucht bei dem Kauf eines T-Shirts für 200 Euro. Gute Sache sowas, dachte ich mir und ging weiter. Nee, wirklich schön. Schön für die jungen, nennen wir sie doch ruhig auch Künstler — Fetzenkünstler, die ein Publikum gefunden haben. Leider nicht für den geilen Scheiß:

Ich habe mich verrannt — vielleicht. Schließlich ging es um die Kunst, die Artisten und ihre Schöpfungswerke. Aber es war zu mächtig, die Schnöselwelle hat mir den Spaß verdorben.

Post from: 12.10.2010
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