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Leere Wände

Ich seufze. Ich sitze auf meinem Bett, seufze, schaue auf die dahinkrepelnde Palme und denke, ich müsse sie mal gießen. Sie braucht dringend Wasser. Ich stehe nicht auf. Gebe ihr kein Wasser, sondern bleibe einfach sitzen und schaue sie an. Schaue ihr zu wie sie vertrocknet, rumhängt mit ihren jämmerlich vertrockneten Blättern. Sie wird sterben. Ohne mein Zutun wird sie sterben. Langsam eingehen. Sie ist abhängig von mir. Sie kann das nicht alleine schaffen.

Mein Bein ist eingeschlafen. Es ist taub. Es kribbelt. Ich hasse dieses Gefühl. “Du musst es bewegen”, würde meine Oma sagen. Ich bleibe still. Taub.

Das Kribbeln lässt nach. Mein Kopf sinkt auf das Kissen. Ich starre an die Decke. Die Lampe hängt über mir. Eine Kugel. Undurchsichtig. Ich sehe mich nicht. Keine Spiegelung. Kein Licht. Kein Schatten. Ich sehe mich nicht.

Wind. Das Fenster ist auf. Kalter Wind zieht vorbei. Ich habe Gänsehaut. Mir ist kalt. Die Decke ist im anderen Zimmer. Ich stehe nicht auf. Ich friere.

Ich sitze auf meinem Bett, fange an zu weinen und weiß nicht warum…

Post from: 09.08.2011
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