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„I just read a book instead…“

Das dachten sich, den Gesichtern zu urteilen, auch einige der Besucher des Kate Nash Konzerts im Astra Kulturhaus am 25. Mai. An diesem Abend tauschte die gute Kate den weichen rosa Schriftzug ihres Namens gegen den weisen Satz: „A cunt is a useful thing“, der jedem Konzertbesucher in großen weißen Buchstaben als Überhang für ihr Klavier getarnt, sofort ins Auge sprang. Ein kleiner Wandel, der sich durchaus in der Performance bemerkbar machte.

Alle diejenigen, die sich auf ein ruhiges Alternative-Konzert mit britischem Charme einstellten (und davon gab es den entgeisterten Blicken nach zu urteilen einige), hatten entweder die neue Platte noch nicht gehört oder einfach nicht mit der sehr natürlichen Psychedelic-Indie-Darbietung gerechnet. Es gab viel Geschreie und menschliche Lautwiedergabe, also ganz nach meinem Geschmack. Na gut, fast. Und leider nur ganze 45 Minuten lang.

Und nach dieser lauten Dreiviertelstunde verschwand die Kate. Erst nachdem ich meine Hände wund geklatscht hatte, der Saal nach einer geschlagenen Viertelstunde halb leer war, die Steckdosen gezogen waren und die netten Bühnenarbeiter die Drumsticks den hartnäckigen Teenies übergeben hatten, kam sie noch einmal für vier Minuten auf die Bühne. Und performte „Birds“ ohne Mikro, aber mit Gitarre. Ich muss zugeben, ein durchaus gelungener Club-Atmosphären-Abschluss. Hätte es doch nur mehr solcher Momente gegeben…

Post from: 26.05.2010
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