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Der SoMe-Drops

Es ist die Antwort auf den Weltfrieden, es ist die Flucht aus der Langeweile und es ist die Möglichkeit sich mitzuteilen, obwohl es niemanden interessiert: Social Media (SoMe).
Jetzt werden 80 Prozent (also drei) die das lesen, sich kopfschüttelnd an die Stirn fassen und sich denken: “Wieder so ein Püppchen, das keine Ahnung hat!” – Das stimmt (außer vielleicht das mit dem Püppchen). Und ich “expertisiere” trotzdem drüber (und ihr werdet es weiter lesen!).

Durch aufmerksames Beobachten, empirisches Analysieren und durch Selbstversuche bin ich zu dem folgenden Ergebnis gelangt: es gibt unterschiedliche SoMe-Typen (soso..).

Fangen wir doch mal mit den “SoMexperten” an: Das sind Personen, wie Sascha Lobo (@saschalobo), Kommunikationsspezialisten, die durchaus mehr als 140 Zeichen in einen rhetorisch ausgeklügelten Kontext bringen können. Sie lesen Mashable (@mashable) um auf dem neuesten Stand zu bleiben, sie nutzen Facebook Places als Erste. Sie sind anpassungsfähig, neugierig und schnell. Sie haben das System verstanden, sind eins mit ihm geworden. Social Media ist keine nervige Arbeit, kein zeitvernichtender Aufwand – es ist Interesse, Freizeit, Spaß, Leidenschaft. Und manchmal lässt sich damit sogar Geld verdienen..

Sie leben Social Media: Nur wer mitmacht kann mitreden.

Foto: Reto Klar

Foto: Reto Klar

Dann haben wir noch, nennen wir sie die “Amy&Pink-Generation” (@amyandpink): Anfang Zwanzig- bis Anfang Dreißig-Jährige, die auf geilen Scheiß stehen und darüber lesen möchten. Fäkalienausdrücke sind gern gesehen, provokante Youtube-Videos werden erwartet und vierzig Tweets pro Stunde vorausgesetzt. “Marketing-Schlampen” würden sagen, sie haben ihre Zielgruppe verstanden. Wären wir in der Schule, wären sie die coolen Kids, die voller Selbstvertrauen sich im Klassenzimmer die Zigarette anzünden. Sie sind nicht die dummen Mitläufer, vielmehr die cleveren Drahtzieher. Sie nutzen Social Media so wie es vorgesehen wurde: regelmäßig, zur Kommunikation, zum Beleidigen (mit Humor), als persönlichen “Showroom” um sich zu präsentieren. Die Tweets sind witzig, gehen meistens zu weit und zu tief, aber man muss ihnen ja nicht folgen. Genau das, ob ihr folgt oder nicht, ist ihnen egal. Mindestens 2367 andere coole Kids tun es!

Foto: AMY & PINK

Foto: AMY & PINK

Um der Abstufung gerecht zu werden, stell ich jetzt mich vor: der SoMe-Drops. User, die zu meiner Kaste gehören, sind da zufällig, unbewusst oder bewusst, reingeraten. Wir wissen nicht wann es angefangen hat. Gefährliches Halbwissen gibt es nicht. Ich würde es eher als gut rationiert bezeichnen. Wir verstehen die Grundsätze, haben die Basics drauf (“Klar weiß ich, was ein Hashtag ist!”). Wir sind durchaus neugierig, nur wahrscheinlich nicht die Ehrgeizigsten im Bereich Soziale Medien. Unsere Lieblingsausrede lautet: “Ich würde ja mehr tweeten, aber ich habe keine Zeit.” Wir freuen uns ein zweites Loch in den…Bauch (benutzen nie “böse” Wörter, aber folgen AMY&PINK), wenn @_yeahsara unseren Blogpost retweetet. Ja, wir leben von dem “Zehn-Sekunden-Fame”, starten einen Blog, weil wir einen coolen Namen haben, aber keine Idee. Unsere größte Angst ist es aufgelutscht zu werden. Weg, weil wir nicht hinterher kommen. Wir sind uns dessen bewusst – dieser Angst. Sie ist da: bei jedem “Like”, bei jeder Statusnachrichtenaktualisierung und bei jedem verdammten (Entschuldigung) Hashtag! Privat sagen wir “ich fühl mich fett”, aber treiben kein Sport. Hier ist es ähnlich: Wir würden gerne die Social-Media-Leiter weiter erklimmen, aber wir haben doch keine Zeit. Von der Amy&Pink-Generation werden wir belächelt, von den Experten…nun ja, sie kennen uns nicht. Das ist nicht schlimm, denn wir wissen was Social Media ist!

Foto: Der Drops mit dem geilen Namen spreewittchen

Foto: Der Drops mit dem geilen Namen spreewittchen

Weil ich keine Zeit habe, kommen wir jetzt zum Schluss: Die Antisozialmedialen. Sie sind schnell zusammengefasst. Sie kennen Twitter nicht, aber sind dagegen (“Warum soll ich Leuten erzählen, dass ich gerade einen Kaffee trinke, obwohl ich lieber Tee mag, den es aber im Cafe nicht gab und deswegen musste ich nämlich Kaffee trinken, aber mit Milch und Zucker, sonst kriege ich den nämlich nicht runter, aber das interessiert doch keinen.”) – Richtig, das interessiert keinen. Deswegen ist es auch gut, dass ihr nicht mitmacht. Sie haben das System nicht verstanden, versuchen es auch nicht (oder nur bedingt bis ihre Theorie bestätigt wird). Was auch nicht schlimm wäre (sprach sie von ihrem Social-Media-Ross herab), wenn sich darüber nicht aufgeregt würde. Natürlich gibt es auch Mischtypen oder Nuancenabweichungen – in jeder Kaste.

Foto: Ich wusste, ich kann es irgendwann gebrauchen!

Foto: Ich wusste, ich kann es irgendwann verwenden!

Aber vielleicht ist das alles auch nur Schubladendenken und sinnloses Rumgeblogposte, weil ich keine Ahnung hab. Aber hey, ihr habt es bisher gelesen!

Post from: 16.10.2010
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