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Ausprobieren

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Ich kann es einfach nicht lassen. Keine Ahnung von vielen Dingen, aber Neugierde für viele Dinge. Ich brenne schnell, kühle noch schneller ab. So neugierig wie ich bin, so ungeduldig bin ich. Schlechte Kombinationen kann ich anscheinend gut.
Und die beste Tugend? Mir ist ziemlich oft ziemlich egal, was andere denken. Das bereitet meinem Bruder glaube ich manchmal Angst, meinen Freunden Freude und dem Jungen auch schon mal Kopfzerbrechen. Aber hey, alles nicht schlimm. Denn schlimmer ist es nichts zu wagen. Ich rede nicht davon rückwärts einen Salto aus 40.000 Meter zu wagen, sondern im kleinen alltäglichen Dunst, Dinge anders zu machen, neu auszuprobieren. Den Sitzplatz tatsächlich anbieten, nicht nur darüber nachdenken. Einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, anfangen zu töpfern, aufhören zu rauchen, Martial Arts lernen oder sich einen Tag für sich schaffen. Neues bedeutet nicht aufregend für jeden. Muss es auch gar nicht. Neu heißt neu für dich, mal ist es aufregend, mal anstrengend, mal anders und immer gut, dass es passiert ist. Neue Dinge, die du freiwillig ausprobierst, werden nie schlecht sein. Ich glaube ganz fest daran, dass jede Sache auf die du dich einlässt – sei es eine Sekunde oder ein Jahr – immer etwas mit sich bringt. Einen kleinen Rucksack mit mindestens einer Erfahrung, eingepackt in einer Tupperdose, für dich zum Aufbewahren.

So war das hier mal: das Blog war so etwas Neues, etwas zum Ausprobieren. Mein persönlicher kleiner Durchblick im alltäglichen Dunst. Ich trage es mit, es füllt meinen Rucksack mit Erfahrungen. Eine Tupperdose nach der anderen, und kürzlich kam auch noch Youtube um die Ecke. Wir hatten uns schon mal begrüßt, vor ein paar Monaten, hatten uns aber schlecht verstanden (WEGEN SCHLECHT VERTONTEM VIDEO, VERSTEHSTE! HAHA). Ich hatte keine Zeit. Jetzt kam es wieder, der Drang sich mit Youtube zu beschäftigen – nicht für Geld, sondern für das Neue. Du kannst dir einfach selbst was beibringen. Machen und lernen. Mein Neugierdenherd. Ich bin am Feuern und am Zügeln. Denn auch wenn ich das Ausprobieren nicht lernen muss, das Zeitnehmen schon.

Das ist das eigentlich Neue und überhaupt nicht Aufregende für mich: ausprobieren, sich Zeit zu nehmen, ohne das Zeit die Ausrede wird. Momente genießen, Dinge tun, die dir gut tun. Gebt mir ‘n Rapsfeld, ich poste das auf Instagram. Ja, so klingt es, aber wahr ist es. Zumindest für mich. Daher auch das Ganze Youtube-Vloggen-Gedöns: ich empfinde dabei echte Freude – von der Aufnahme bis zum wiederholten Erleben des Moments. Und das ist die Essenz: meine Neugierde und dann das tatsächliche Umsetzen, das Ausprobieren, ermöglichen mir Momente in meinem Leben festzuhalten. Das Schönste an dieser Form: man gibt anderen Menschen Tupperdosen mit, die sie nicht wiederbringen müssen. Das soll auch hier wieder geschehen. Ein kleines Stück, Tag für Tag – vom Einzeiler zum Scrollpost – alles kann kommen. Auch auf dem Blog möchte ich mich wieder ausprobieren, nicht allgemein neu, aber altbewährt geht es zurück zu den Blogwurzeln: ein tägliches Festhalten der Momente.
Weil es mir gut tut und weil es keine Ausreden gibt.

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