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Ohne dich

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Ich mag dich. Ich mochte dich schon immer. Wir kennen uns auch schon lange. Ich kenne deine lachenden Tage, kenne deine grauen Tage, die leuchtenden Seiten, die dunklen. Du nimmst mich so wie ich bin. Jeden nimmst du so wie er ist. Du gibst mir Raum. Raum zur Entfaltung, zum Sein, zum Atmen. Du kannst dich auf mich einstellen. Du motivierst mich. Durch dich sehe ich mich. Sehe vieles und anders. Du bist nicht langweilig, du hast etwas zu erzählen. Immer wieder kannst du überraschen, sogar mit alten Dingen. Deine Größe kommt durch deine Vielfalt. Du bist einladend, manchmal ruppig, aber stets ehrlich. Und irgendwie bunt. Du trägst alle Farben in dir und strahlst in ihnen. Manche Dinge, die du tust, ergeben keinen Sinn. Aber das ist ok.

Ich hatte immer viele Erwartungen an dich. Du sollst mich glücklich machen, nur du kannst mich glücklich machen. Für mich hattest du keine Fehler. Deswegen konntest du mich nie enttäuschen. Du trafst sie, die hohen Erwartungen, übertrafst die Standards. Und das war auch so eine Sache: nichts mit dir war standard. Nur mit dir wusste ich was Aufregung bedeutet. Nur mit dir konnte ich erfahren was Spaß haben heißt. Nur mit dir war der Leitspruch.

Doch dann. Dann sahen wir uns eine Weile nicht. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber nicht aus dem Herzen. Ich habe an dich gedacht. Anfangs oft, dann immer seltener. Ich erfuhr eine andere Art von Aufregung, eine andere Art von Entfaltung. Ich konnte auch ohne dich atmen. Ich sah andere Farben, hörte andere Geschichten. Ich verglich dich und stellte schnell fest, wie unfair das war. Das tut mir leid. Doch auch das hast du mir nicht übel genommen. Im Gegenteil: wir sind uns näher gekommen.

Für all das liebe ich dich, Berlin und dafür, dass ich auch ohne dich kann.

Post from: 19.01.2015
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