
Ich war gestern Schlittschuhfahren. In Wilmersdorf. Eigentlich (ich liebe dieses Wort in solchen Momenten) eine schöne Sache: du gleitest über das Eis, genießt die Winterluft und bist eins mit der Natur. Wir hatten Spaß auf dem Eis – früher. Ich verbinde die ganze Chose mit lachenden Gesichtern, roten Wangen und Leichtigkeit. Das war gestern nicht der Fall. Na gut, die roten Wangen schon – aber das könnte auch der Glühwein gewesen sein.
Nichts mit Leichtigkeit. Ich fühlte mich wie ein dicker dicker Stock. Nichts mit locker in die Knie und aus der Hüfte. Bereits nach zwei Runden schnaufte ich wie ein Maikäfer. Selbst nach einer Stunde bin ich nicht wirklich reingekommen. Früher war alles leichter. War es das?
Irgendwie (ist auch so ein tolles Wort) schon. Vielleicht hat man nicht soviel nachgedacht, man hat einfach gemacht – alles kinderleicht. Ich bin immer noch jung – nur kein Kind mehr. Vielleicht trägt man die Schwere des “Reifens” (ich weiß, ihr hört gleich auf zu lesen) mit – mit auf die Eisbahn des Lebens (und ich dachte es kann nicht schlimmer werden). Aber warum ist das ein Problem? Ist es eins? Das Thema “älter werden” ist nichts Neues. Und sollte es nicht (wenn überhaupt) Menschen ab 50 beschäftigen? Das tut es nicht mehr so – zumindest nicht öffentlich. Eigentlich (hier ist es schon wieder) fühlt sich jeder jung und will es sein: “Die 40 ist die neue 30″, mit “Ende 20 ist man Mitte 20″ und überhaupt ist “Anfang 30 das Alter zum leben”. Stimmt nicht, sonst müsste man nicht solche “Lebensstilweisheiten” unter die Leute mischen. Ok, ich bin noch nicht ganz da (will es auch nicht beschleunigen), aber klingt es naiv, wenn ich der Meinung bin, dass jedes Alter “seine Vorteile” hat, seine “guten Seiten”, die Phasen, die Einen glücklich machen oder zufrieden. Warum sollte ich mich dann künstlich in eine Zeit versetzen, in der ich schon war? Es ist so, dass Mittdreißiger jung sind, aber trotzdem sind sie keine Zwanzig mehr. Das ist doch nicht schlimm. Was heißt überhaupt “Zwanzig sein”? Jung, frei und sorglos. Das ist schon lange vorbei. Das könnt ihr mir glauben, da war ich schon. Jung kann man auch mit 40 sein – ohne wie Zwanzig wirken zu wollen. Sorgen hat man in jeder Phase, nur von unterschiedlichem Grad. Und frei, frei heißt nur kinderlos. Und das meine Freunde des Schlittschuhlaufens sind heute mehr Mittdreißiger als junge Menschen in ihren Mittzwanzigern. Aber vielleicht ist das alles künstlich in unsere Gedankenwelt “gepflanzt” worden. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Der Druck jung zu sein und jung zu bleiben kommt vielleicht von außen, aber vielleicht auch von uns. Wir lassen es zu. Müssen es zulassen? Ich weiß es nicht. In fünf Jahren sag ich euch wie alt ich mich fühle. Vielleicht einfach nur jung. Aber ich weiß, was ich jetzt nicht mehr machen werde: Schlittschuhfahren.
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Berlin Sessions #4 — Berge
Hört Berge! – Nicht nur der Name der Webseite dieser wunderbaren Band, sondern meine Aufforderung! Es lohnt sich. Und auch nicht nur weil die überaus charismatische Frontfrau Marianne den mindestens genauso charismatischen Studiengang wie ich gewählt hat – und das auch noch an der selben Uni – sondern weil diese Band Musik ist.

Foto: Christine Moritz
Sie singen deutsch und spielen aus Leidenschaft. Man kann sich in den Texten wieder finden und in den Melodien verlieren. Aber hört selbst:
Hier könnt ihr ihnen folgen: @hoertberge
Hier könnt ihr sie mögen: facebook.com/hoertberge
Hier könnt ihr mehr gute Musik hören: myspace.com/hoertberge
Tut es! Hört Berge!
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Berlin Sessions #3 — Friday Night Hero
Willkommen zur dritten Runde von Berlin Sessions — wie ihr seid noch kein Fan? Jetzt aber schnell hier werden!
Heute darf ich vorstellen: Friday Night Hero performing “Eternity” at Kunsthaus Tacheles! Ein Auftritt, der im Ohr und als “Goodbye” bleibt.
Leider haben sich die Brit-Boys nach gerade mal zwei Jahren getrennt und starten nun einzeln neue Projekte. Mehr erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite.

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Berlin Sessions #2 — Gariboff
Den zweiten Auftakt für die akustische Runde bei Berlin Sessions bildet Gariboff.

Foto: Emma Wege
Der Berliner Singer/Songwriter performte über den Dächern vom Treptower Park:

Foto: Emma Wege
Wenn euch Gariboff gefällt, dann kommt doch zu seinem Konzert am 1. März ins Waschhaus nach Potsdam! Bis dahin, hier mal die MySpace-Seite anschauen, die Webseite bitte auch und wenn ihr schon dabei seid: auf Twitter folgen @gariboff.
Danke.
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Berlin Sessions #1 — Michaela Lucas
Akustische Klänge sind toll. Akustische Klänge gespielt in Berlin, sind großartig. Die Jungens und Mädchens (obwohl ich nicht einmal weiß, ob beide vertreten sind) von Berlin Sessions haben genau diese wunderbaren Töne mit einer HD-Kamera festgehalten und herausgekommen sind bis dato zehn (plus Bonustracks) einzigartige Aufnahmen von Künstlern aus der ganzen Welt. Und ich, ich will euch die mal vorstellen:

Michaela Lucas kommt aus Adelaide, Australien. Sie ist Singer/Songwriter und hat für Berlin Sessions im Treptower Park “My Heart Dropped to the Floor” performt.

Ihre MySpace-Seite findet ihr hier.
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Gift
Bald bald, ist es soweit: Weihnachten — Klöße drehen, Puten stopfen und beschenken lassen.
Und schenken müssen: Ich weiß nicht mehr wann es geschehen ist – ab wann ich kein Kind mehr war, wann ich auf die Schenkungspflichtseite gerückt bin. Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich mich selbst meinen Lieben aufgezwungen habe. Ich wollte auch ‘was “Richtiges” schenken. Keine Basteleien mehr. Und jetzt, jetzt komme ich nie mehr auf die andere Seite zurück. Einmal Konsum, immer Konsum.
Eine Sache hat sich allerdings nicht geändert: “Früher” war es die Schere, die man einen Tag vor Heiligabend in die Hand genommen hat, heute sind es die Füße.
Aber zum Glück gibt es das Internet. Mit einem Klick erspart sich überfüllte Kassen und gestresste Menschen – und man vermeidet selbst einer zu werden.
Um vielleicht doch etwas “Originelles” zu bieten, hier mal ein paar persönliche Vorschläge (alle selbsterprobt) zum Selber- und Weiterschenken:
Die Poster von eBoy sind bunt, provokant und witzig. Man entdeckt immer wieder neue Details – man kann sich nie satt sehen. Macht sich nicht nur in einer Agentur gut, sondern auch in den eigenen vier Wänden:

eBoy-Poster: Berlin
Eine Buchempfehlung darf natürlich auch nicht fehlen. Herr Murakami ist einer der Autoren, die herum philosophieren ohne zu schwafeln, die einen einzigartigen Umgang mit Worten haben, die einfach aus Leidenschaft schreiben und denen man dieses auch anmerkt. Also doch eher eine Autorenempfehlung. Für mich persönlich ist einer seiner besten Werke “Norwegian Wood”:
Nicht nur ‘was für Mädchen-Mädchen: Der “Jewellery Stand” von Urban Outfitters ist ein kleines Kunstwerk. Ein anders schönes Kunstwerk. Ich habe ihn auch und es ist erstaunlich wie viel Schmuckzeugs man dort unter bekommt. Manchmal sitze ich auch einfach nur da und schaue ihn an. SO schön ist er.

Noch etwas aus der Kategorie << mal was anderes>>: Die Fritz-Music-Tour ist ein großartiges Geschenk für Musik- und Berlin-Liebhaber. Ich habe sie selbst schon mitgemacht (und weiter verschenkt). Habe Neues gelernt über Künstler in Berlin und über Berlin. Thilo macht seine Rolle als Guide auch nicht schlecht
Und zum Schluss doch noch etwas Selbstgemachtes: Pralinen – da freut sich nicht nur die Oma. Meine lieben Freunde hatten den Wahnsinn bereits letztes Jahr in Angriff genommen und einen enormen Erfolg erzielt. Da dacht’ ich mir, klink’ ich mich dieses Jahr doch mal mit ein. Nach über zwölf Stunden kneten, kühlen und kleckern, sind einige Kilos an Mocca-Konfekt, Rumkugeln, Mandelsplittern und Marzipankartoffeln entstanden (bitte entschuldigt die Bildqualität – hab’ kein iPhone*…):
So Kinder, macht ‘was draus!
* für das Name-Dropping wurde ich bezahlt.
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Digital Natives
Gerade reingeschneit (der musste sein) vom 10. Treffen des Social Media Clubs Berlin. Das Thema klang interessant – nur, falls ihr euch gefragt habt, warum man sein Mittwochabend im Grünen Salon verbringt. “Digital Natives oder Digital Naiv?” zog mich (und Herrn Dynmk) an und haute mich im Endeffekt dann doch nicht vom Hocker. Aber eins nach dem anderen: Es fing an mit einer guten Einführung:
We All Want to Be Young from box1824 on Vimeo.
Nach anfänglichen “Rumgeplänkel”, mit dem ich gerechnet habe, hatten die drei Akteure (Moderator war @jensbest) auf dem Podium durchaus ihre Momente, ABER die Diskussion um die Generation “Digital Natives” war sehr dünn. Zu viele Fragen blieben bei mir ungelöst und unangetastet: Was macht einen Digital Native aus? Bedeutet “native” in dem Fall nicht nur einfach, dass diese Menschen “Neue Medien” beziehungsweise Digitale Medien gewohnt sind? In der Diskussionsrunde (Streitgespräch – obwohl es so betitelt wurde – wäre eine Übertreibung) wurde mir zu stark auf die Unterzeile gepocht: eine Definition, ein Markenzeichen für die Generation “Digital Natives”. Es fehle an “Willensgeist”, an Identifikation, an politischem Engagement und an Einzigartigkeit, die diese Generation “ausmache”. “Wir” (da spricht jetzt der Part in mir, der sich als “Digital Native” sieht und dieses Wort hasst) haben kein Woodstock, keine Neue Deutsche Welle, keine Revolution. Wir kennen nur den Kapitalismus, nur den Konsum – und das Internet. Und genau das ist es – unser Stempel: das junge Internet gehört zu uns jungen Menschen. Wir sind damit aufgewachsen. Wir sind es gewohnt. Wir sind den Umgang damit gewohnt. Ihr nicht!
“Ihr” seid Mittdreißiger, die natürlich keinen Anzug tragen und in trendigen Agenturen am Mac über Zielgruppenorientierung und SEO-Optimierung philosophieren. Ihr seid hip. Ich habe es verstanden. Ihr kennt euch aus mit dem Internet. Ihr versteht es. Ihr nutzt es (richtig). Was mein “Digital Native”-Part nicht versteht, ist: Warum sollten wir naiv sein? Weil wir uns “eurer” Meinung nach nicht mit dem Internet auskennen? Weil wir es nicht richtig nutzen? Wir verstehen Facebook und Twitter. Wir nutzen es (blind und ohne Anlauf). Wir können es anderen erklären. Ich kann keine Webseite bauen, kann nicht programmieren – bin ich deswegen naiv? Heißt “Digital Naiv” das ich das technische Verständnis nicht aufbringe? Was heißt richtig nutzen? Schließlich reden wir von einem privaten Bereich: ich weiß, wie ich Facebook zu bedienen habe. Ich bin mir über die Öffentlichkeit bewusst – ich will mich darstellen, kann selber entscheiden wie und wie viel ich mich darstellen will. Ich nutze es als Kommunikationsplattform für aktuelle vergangene und zukünftige Bekannte. Meine Freunde treffe ich offline. Ich weiß wie ich mit Facebook umzugehen habe. Was brauchen wir noch?
Ich muss keine Zielgruppe erreichen. Ich muss keine Kunden aquirieren oder Aufträge generieren. Ich bin ein junger Mensch, der die Technologie nutzt – für sich ganz privat und soweit wie ich es brauche. Warum bin ich naiv?
Diese Richtung hat mir ein wenig gefehlt in der Runde. Ein Digital Native hat gefehlt…
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